Lana Del Rey - Tropico

lanadelrey_tropcio_


Zum Auftakt ihrer neuen EP veröffentlichte Lana Del Rey nun - pünktlich zum Nikolaustag - den gleichnamigen 27-minütigen Kurzfilm "TROPICO", in welchem sie nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch eigens das Drehbuch verfasst hat. Bereits am 8. November 2012 kündigte Lana Del Rey ihr neues Projekt auf ihrem Youtubekanal an: "I lost my reputation, I forgot my truth. But I have my beauty and I have my youth. 'TROPICO' the film, coming next year." Doch erst jetzt, ein Jahr später, sollte es schließlich zu einer Veröffentlichung dieses sehr melancholisch-dramatischen Kurzfilms kommen.
Untermalt wird dieser zugleich mit drei ihrer Songs, dabei fiel die Wahl neben "Body Electric" auch auf "Gods And Monsters" und  "Bel Air".

Männliche Unterstützung vor der Kamera erhielt Lana Del Rey von dem Schauspieler und Model Shaun Ross, der bereits für Hochglanzmagazine wie der Vogue vor der Kamera stand. Mit diesem Schauspieler-Duo entstand ein farbenfroher und zugleich düsterer Film über die biblische Erzählung der Erbsünde durch Adam und Eva und deren Flucht aus dem Paradies. Unterteilt in drei Kapitel führt es die beiden Hauptdarsteller zuerst als vertriebene Sünder in das heutige Los Angeles wo es schließlich zu einem Kampf zwischen Gut und Böse kommt. Von dort aus nehmen die Kameraschnitte zu, die einzelnen Szenen werden kürzer und zugleich auch unübersichtlicher. Die Handlungsorte wechseln von Striplokalen, einer Tankstelle und Straßenszenen, bis hin zu einer Privatparty inklusive Überfall à la Bonnie und Clyde. Dann schließlich, im dritten und letzten Kapitel, wird die Kameraführung wieder langsamer, die Bewegungen ruhiger und die Schnitte weniger. Adam und Eva, durch ihren moralischen Verfall immer mehr dem Bösen ihrer Welt zugewandt, schweben hinauf in den Himmel, wo sie von ihrem Schöpfer empfangen und ganz im symbolischen weiß gekleidet, von ihren Sünden befreit werden können.

Anthony Mendler,  der in diesem Film Regie führt und bereits Lana Del Reys Musikvideos zu "National Anthem" und "Ride" umsetzte, legt hierbei einen besonderen Schwerpunkt auf atemberaubende Inszenierungen von der Kulisse, bis hin zu Kostümen und musikalischen Gesangseinlagen, all dies stets inspiriert durch die 60-er Jahre. So ist es also nicht verwunderlich, dass neben dem Heiland höchstpersönlich auch alte Hollywoodlegenden wie Elvis Presley oder Marilyn Monroe ihr Debüt bekommen. Lana singt dazu: "Elvis is my daddy / Marilyn's my mother / Jesus is my bestest friend".
Auch hier bleibt sich Del Rey also treu, denn sowohl Thematik als auch dessen Umsetzung in bewegte Bilder und Musik, ähneln stark ihrem vorherigem Konzept, das sie - wie es das TAZ-Magazin so treffend formuliert - "[...] auf den Thron des weiblichen Retro-Pop Genres erhebt".  

Alles in allem ein Film wie man ihn von Lana Del Rey nicht anders erwarten würde. Wer sich also auf etwas völlig Neues und Unerwartetes gefreut hat, wird enttäuscht werden. Für alle anderen 60-er Jahre begeisterten mit einer Affinität für große Inszenierungen und Retrocharm hingegen genau das Richtige!

1487346_661946527181134_1131061161_n (1)

1456504_661919770517143_1988553392_n
1058442 1457563_661946300514490_327018293_n

Keine Kommentare: