Hamburgs Musical "Tarzan"


1016185_531325946916152_1506296326_nNachdem ich im März diesen Jahres das Glück hatte Hamburgs erfolgreichstes Musical "König der Löwen" zu sehen (klickt *hier*), war ich vor einigen Monaten noch bei der Aufführung von "Tarzan" und möchte euch dies auch nicht vorenthalten :)
Das Musical "Tarzan" basiert auf der gleichnamigen Disneyverfilmung und wurde zum ersten mal 2006 am Broadway aufgeführt, bis es im Oktober 2008 nach Hamburg kam. Im Herbst diesen Jahres wechselt das Musical jedoch zu seinem neuen Aufführungsort nach Stuttgart.

Tarzan, der Sohn britischer Eheleute, wurde noch als Säugling im Urwald zurückgelassen, nachdem seine Eltern von Meuterern überfallen und schließlich getötet wurden. Völlig auf sich allein gestellt, findet ihn schließlich die Affendame Kala, die ihn mit zu ihrem Stamm nimmt und dort liebevoll aufzieht. Da Tarzan nie eine andere Welt als die seinige kennengelernt hat, sind ihm andere Menschen fremd und so sieht er in sich selbst einen andersartigen Affen, der mit allen Mitteln versucht seinem tyrannischen Zugvater gerecht zu werden. Dieser ist sich Tarzans Abstammung jedoch sehr wohl bewusst und sieht in ihm eine Bedrohung seiner Herde, sodass er ihn im Kindesalter mitten im Urwald aussetzt. Kala, die von diesem Vorhaben hört, macht sich direkt auf den Weg um ihren Sohn zu finden. Als die beiden schließlich wieder vereint sind, beschließen sie, ihr zukünftige Leben gemeinsam, abseits von der Herde, zu verbringen.
Auf seinen Reisen durch den Jungle begegnet er zufällig der jungen Naturforscherin Jane, die gemeinsam mit ihrem Vater angereist ist, um dort neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu sammeln. Im Laufe ihrer Bekanntschaft verlieben sich Tarzan und Jane ineinander und beschließen schließlich Afrika zu verlassen um nach England zu ziehen. Tarzan fällt dieser Abschied aus seiner geliebten Heimat jedoch sehr schwer, sodass Jane aus Liebe zu diesem im Urwald bleibt. Dort leben sie dann bis zu ihrem Todestag glücklich miteinander.

Atemberaubende Kostüme und waghalsige Sprünge über die Köpfe der Zuschauer, zeichnen dieses Musical aus. Die spektakuläre Luftakrobatik und der dazu parallele Gesang runden das Ganze ab. Die Produktionskosten belaufen sich wöchentlich auf eine halbe Millionen Euro, nur um den Zuschauern das perfekte Junglefeeling zu vermitteln. Besonders begeistert haben mich vor allem die komplexen Choreographien der Schauspieler, die im sogenannten "ape movement" die Bewegungsabläufe unserer nächsten Verwandten genaustens imitieren. Durch die ausdrucksstarke Mimik und die langen und schweren Bewegungen der Akteure entsteht so nicht der Eindruck, man betrachte einen Menschen im Affenkostüm. Auf diesem Weg gelingt es den Darstellern, eine ausgezeichnete Authentizität zu entwickeln.
Wer allerdings eine neue Interpretation der bereits bekannten Geschichte "Tarzan" oder grandiose Gesangseinlagen à la "Das Phantom der Oper" und "König der Löwen" erwartet, könnte enttäuscht werden. Die musikalische Qualität ist gut, aber nicht überragend. Hin und wieder hat  man Schwierigkeiten einzelne Schauspieler gut zu verstehen, da auf ein sehr multikulturelles Team von Akteuren gesetzt wird und dabei viele verschiedene Akzente nicht ausbleiben.

Alles in allem bietet "Tarzan" dennoch ein tolles Musicalvergnügen und ist seinen Besuch auf jeden Fall wert. Die Kostüme und freien Sprünge durch den ganzen Zuschauersaal sind großartig und die Schauspieler sehr authentisch. Lediglich bei der gesanglichen Qualität kann es mit einigen anderen berühmten Musicals der Hafenmetropole nicht mithalten.

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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Stage Entertainment

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