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Kunst: Neoklassizismus

Vorwort

Ich habe das Thema der klassizistischen Kunst aus Frankreich gewählt, da mich schon früh die französische Revolution, das aufklärerische Denken mit all seinen Veränderungen, begeisterten. Bei der Bearbeitung meiner Arbeit habe ich so einen besonderen Schwerpunkt auf die französische Revolution mit ihren Auswirkungen auf die dortige Malerei und das Wiederaufleben der Antike mit ihren Idealen gelegt. Ich habe zwei Künstler ausgewählt, die die Epoche entscheidend prägten, auf die werde ich in späteren Posts noch eingehen. So war Jacques-Louis David der Gründer der klassizistischen Schule und Élisabeth Vigée-Lebrun verkörperte mit neuem Selbstbewusstsein beispielhaft die emanzipierte Frau Frankreichs. 

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Allgemeines


Die klassizistische Malerei Frankreich besaß schon im 17. Jahrhundert einen Klassizismus in der Malerei. Damals entbrannte schon ein Streit um den Vorrang des Alten oder Neueren, der Antike oder Gegenwart. Von Rom aus verbreitete sich diese Bewegung durch Schüler, Maler und Bildhauer rasch in Frankreich. Die neue klassizistische Bewegung um 1800, die in Frankreich als néoclassicisme bezeichnet wird, umfasst jedoch als kunstgeschichtliche Epoche den Zeitraum zwischen 1760 und 1860. In dem Louis-seize (vorrevolutionäreren Klassizismus) finden sowohl Elemente des Rokoko, des goût pittoresque als auch klassische Formen Verwendung. Der Frühklassizismus wird in Frankreich auch als goût grec bezeichnet, geht nach 1770 in den goût étrusque des Louis-seize aus der Regierungszeit Ludwig XVI. über.“ Diese europäische Strömung war ein Nachfolger des Barock/Rokoko und wurde von der Romantik unter Young, Rousseau und dem jungen Goethe begleitet. Im Verhältnis zum Barock kann der Klassizismus also als eine Art künstlerisches Gegenprogramm aufgefasst werden. Der Klassizismus in der französischen Malerei war weniger die Erfindung einer Künstlergruppierung, sondern viel mehr ein Wegbereiter der revolutionären Bewegung in Frankreich und brachte so ein vollkommen neues Lebensgefühl zum Ausdruck. Die Künstler waren nicht mehr länger auf die Adeligen angewiesen, sie konnten eigenen Gedanken und Ideen nachgehen und malten fortan nicht mehr das, was sie malen sollten, sondern das, was sie malen wollten. Diese neuen Künstler waren aufgeklärt und veränderten so nach und nach die Bildthemen, adelige oder religiöse Motive verschwanden vollständig, stattdessen traten Motive aus der Antike sowie bürgerliche Themen auf.

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Der Klassizismus als revolutionäre Bewegung


Die Französische Revolution war der besondere Moment, als die Menschheit daran zu glauben begann, dass fast alles erneuert werden könnte. Dies nahm nicht nur Bezug auf die damals stark überalterten gesellschaftlichen Intuitionen, sondern auch auf die menschliche Natur als Ganzes. „Dieses [neue] Bürgertum hatte nichts übrig für die Selbstverliebtheit, Maßlosigkeit und Verspieltheit des Adels. Es sehnte eine Welt herbei, in welcher der Verstand die Oberhand behält.“ Schon seit Beginn des Mittelalters war die Gesellschaft in drei Klassen unterteilt. Es gab eine scheinbar unüberwindliche Kluft zwischen dem Reichtum des Adels und dem des Klerus und der Armut der Bauern. In der Blüte des 18. Jahrhunderts unter der Regentschaft von Ludwig XVI. begannen Vernunft, Verstand und Bildung dieses althergebrachte Gefüge ins Wanken zu bringen. Es gab radikal neue Ansichten, neue Literatur und über alles öffentliche Debatten. Paris war nun ein weltweit anerkanntes Zentrum der Philosophie. In der Stadt blühten das Wissen, die Gedanken, der Geist neuer Möglichkeiten, es war das Zeitalter der Aufklärung. Dieses neu gewonnene Selbstbewusstsein der Bürger, ihre Forderungen nach Gleichheit, begannen für das aristokratische Verständnis zur Bedrohung zu werden. Was es so gefährlich machte, war, dass man sich fragen konnte, warum der Adel privilegiert war, warum die Welt so und nicht anders geordnet war und ob man dies nicht ändern könnte: eine bessere Welt schaffen und Fortschritt ermöglichen, doch all diese Gedanken untergruben die Auffassung, dass Aristokratie, Monarchie und Hierarchie natürlich waren. Es war einerseits ein Moment der außerordentlichen Hoffnung mit großartigen Zielen, doch dann wurde daraus eine Tragödie. „Dass die Revolution mit ihrer Begeisterung und Leidenschaft, ihrem Schrecken und Blut, ebenso wie das Kaisertum Napoleons mit seinen Anforderungen an große Darstellung und seiner Fülle des Geschehens, den Hintergrund der klassizistischen Kunst bilden und dass die Künstler mit den Trägern des Staates in engster Fühlung lebten und die Herolde ihrer Taten wurden, gibt den Bildern der David, Gros, Géricault und Ingres die große Spannung, die ihre viel gescholtene „Leere“ mit dem Blutstrom der Geschichte erfüllt.“

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Die Vorbilder aus der Antike

Ein Hauptcharakteristikum der „Renaissance“ ist die Wiedergeburt des antiken Geistes. Der Humanismus, der sich an den Interessen, den Werten und der Würde des einzelnen Menschen orientiert, war die wesentliche Geistesbewegung dieser Zeit. Sie legte besonderen Wert auf Toleranz, Gewalt- und Gewissensfreiheit als wichtigste humanistische Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens. Im Zeitalter der Aufklärung lösten sich die Künstler in der Malerei von der Barockzeit und malten Szenen aus der griechischen und römischen Antike. Auch die zahlreichen Reisen zu antiken Städten beeinflusste diese Epoche. „Sie verkörpert einen an der Antike und der italienischen Renaissance orientierten Kunststil. Dieser néo-classicisme wandte sich im Zeitalter der Aufklärung der Antike und italienischen Renaissance zu und richtete sich gegen den zur Schau gestellten Reichtum und Prunk des zuvor herrschenden Rokoko. Ziel war es, „[...] durch Maß und Harmonie eine „vollkommene“, die Natur idealisierende Schönheit, hervorzubringen. Die Kunstwerke sollten schön, edel und erziehend sein. Für deren Erzeugung wurden Kriterien und Regeln zugrunde gelegt.“ Die starke Farbigkeit aus vielen Bildern verschwand, stattdessen wurde größerer Wert auf klar überschaubare und harmonische Komposition und einen flächigen Farbauftrag gelegt. Der dicke Auftrag nahm ab und man wandte sich dem großflächigeren Auftragen von Farbe zu.

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Das Genie

In Frankreich waren zur Zeit der Renaissance Tugenden wie Fleiß, verbunden mit einem guten Urteilsvermögen und handwerklichen Können, um  sich gegenüber dem Adel kulturell und wirtschaftlich emanzipieren zu können, unerlässlich. Ein Genie (frz. génie) beschreibt einen Menschen, der auf einem Gebiet, zum Beispiel in der Malerei oder Lyrik, besonders herausragende Leistungen erzielt. Im aufklärerischen Frankreich um 1800 ging man dabei auch von einem so genannten angeborenen Talent in Bereichen der künstlerischen Schaffenskraft aus. Ein wichtiger Aspekt war hier ebenfalls der Glaube an die Methode, denn die Kunst galt stets als lern- und lehrbar. „Zur Methode im Unterricht und in der Ausübung der Kunst gehören Erkenntnis der Kunstgesetze, unermüdliches Zeichnen nach antikem und lebendem Modell und peinliche Sorgfalt in der Arbeit. Die Meisterwerke, so sagte man, waren weniger Früchte des Genies als Produkt der Regel. Nun steht das Genie freilich über jeder Methode, weil es ein absolutes Kunstkönnen besitzt, aber [das] Genie ist selten, und für die Begabung ist die Methode der sicherste Weg zum Ziel.“

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Nachwort

Ich denke, dass der französische Klassizismus in der Malerei das Lebensgefühl und die neuen Ideale dieser Zeit sehr gut widerspiegelte. Es war der Moment, an dem das Volk an neuem Selbstbewusstsein gewann und sowohl Adel, als auch Klerus nicht länger die Oberhand behielten. In den klassizistischen Gemälden legte man besonderen Wert auf Schlichtheit und klare Linien. So verschwand all der Prunk, alles religiöse und jene Dinge, die an die Monarchie erinnerten. Die Künstler waren frei und nicht mehr länger Handlanger der Adeligen. Ab sofort konkurrierten auch mehrere Kunstrichtungen zur selben Zeit. In diesem Moment begonnen nicht nur die Bürger frei und unabhängig zu werden, auch die Kunst wurde es.

Holi Festival in Gütersloh


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Endlich kam das indische Frühlingsfest der Farben auch nach Ostwestfalen! Meine Freunde und ich waren Teil dieses einmalige Erlebnisses im Wapelbad in Gütersloh, dessen Uferbereich zur Wapel komplett mit Sand aufgeschüttet wurde und somit eine einzigartige Beachatmosphäre bot, welche in den letzten zwei Jahren bereits von Künstlern wie Andhin, Dirty Doering, Kolombo uv.m. beschallt wurde.

Jedes Jahr begrüßen die Menschen in Indien den Frühling auf ganz besondere Art und Weise: „Holi“ ist das Fest der Farben und eines der wichtigsten Feierlichkeiten des Landes. Dabei feiern sie nicht nur den Wechsel vom Winter zum Frühling, sondern nach hinduistischem Glauben auch den Sieg des Guten über das Böse – und zwar sehr farbenfroh. Denn die Menschen bewerfen und bemalen sich an diesem Tag mit buntem, gefärbtem Puder – dem Gulal. An diesem einen Tag sind alle Menschen gleich. Kulturelle Vielfalt, Freude, gegenseitiger Respekt und Toleranz machen das Holi-Fest jedes Jahr unvergesslich. Das Festival Of Colours greift die Stimmung dieser indischen Tradition auf und bringt das Kultur-Fest nach Europa.

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Über dem Vatikanstaat

Die folgenden drei Bilder wurden von mir auf der Kuppel des Vatikans aufgenommen - wunderschön und sehr beeindruckend, wie ich finde :) Zu meinem Romartikel vom 2. Juni und allen weiteren Fotos gelangt ihr *hier*. 

Der Vatikanstaat ist mit einer Fläche von 0,44 Quadratkilometern der kleinste anerkannte Staat der Welt und umfasst etwa 836 Einwohner.
Zu dieser Stadt gehört neben dem berühmten Petersdom, der auf dem Petersplatz steht, auch die Sixtinische Kapelle und die Paläste und Gärten innerhalb der vatikanischen Mauern. Letzteres ist auf dem zweiten Bild besonders gut zu erkennen.
Zu den Haupteinnahmequellen des Vatikans gehören, abgesehen von den grundsteuerfreien Immobilien, die Geschäfte innerhalb des Vatikans. Die Gewinne des Supermarktes, ebenso wie die Überschüsse der Vatikantankstelle, der Apotheke und des Bekleidungsgeschäftes fließen in die Staatskasse. Die Kartenzahlungen in diesen Einrichtungen wurden zum 1. Januar 2013 unterbunden. Als Begründung wurde genannt, dass der Vatikan die internationalen Geldwäscheregeln nicht befolge. Daher dürfe der Betreiber der Terminals, die italienische Tochter der Deutschen Bank, nicht weiter im Vatikan operieren.
Die Vatikanstadt ist erst seit dem 14. Jahrhundert der Sitz des Papstes geworden, der  in diesem Staat als das absolute Wahloberhaupt regiert. Alle Rechtsprechung ergeht im Namen des Papstes. Das Gericht erster Instanz ist ein Tribunale, welches mit drei Richtern besetzt ist. In zweiter Instanz wird der Corte d’appello tätig, dieser ist mit sechs Richtern besetzt. Letztinstanzliches Gericht ist dann die Corte di cassazione. 
Mit der Schweizergarde verfügt der Vatikan seit 1506 über die kleinste und älteste Armee der Welt. Zudem ist auch der italienische Staat für die Sicherheit auf dem vatikanischen Petersplatz zuständig. Durchgeführt wird die Überwachung vom Aufsichtsamt für Öffentliche Sicherheit „Vatikan“.

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Symbolismus - Kunstausstellung

In der Kunsthalle Bielefeld werden seit einiger Zeit Gemälde unter dem Thema "Schönheit und Geheimnis - Der deutsche Symbolismus" ausgestellt. Ein paar meiner Lieblingswerke, die ich dort gesehen habe, könnt ihr euch nun anschauen :)

Die Künstler des 19. Jahrhunderts stellten sich gegen die Darstellungsweisen des damals vorherrschenden Impressionismuses und bewahrten die mythologisch-märchenhaften Bilderwelten. Der Symbolismus war schon um 1870 mehr eine Geisteshaltung als eine Stilbewegung und verband die Elemente der Tradition mit modernen Auffassungen und bediente sich neben einer realistischen Malerei, auch einer betonten Farbigkeit. 
Die Bielefelder Ausstellung widmet sich der deutschen Entwicklung der symbolistischen Kunst, die ihre Wurzeln in der Romantik findet und mit ihren Bildern eine paradiesisch.zeitlose Einheit von Mensch und Natur vorausweist.

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Eugen Bracht (1842-1921): Die Gestade der Vergessenheit, 1889,
Hessisches Landesmuseum Darmstadt © Hessisches Landesmuseum Darmstadt;
Foto: Wolfgang Fuhrmannek
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Lovis Corinth (1858-1925): Heimkehrende Bacchanten, 1898, Von der Heydt-Museum Wupperta
 © Von der Heydt-Museum Wuppertal
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Walter Leistikow (1865-1908): Grunewaldsee oder Schlachtensee, um 1900,
© Bröhan-Museum, Berlin; Foto: Martin Adam, Berlin
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Lovis Corinth (1858-1925): Salome II, 1900, Museum der bildenden Künste Leipzig
© bpk I Museum der bildenden Künste Leipzig I Ursula Gerstenberger

Marie Antoinette - Prozess

Der Prozess gegen die ehemalige Monarchin begann am 14. Oktober 1793. Die belastende Zeit in der Gefangenschaft hatte sie zu einer kränklich und zerbrechlich aussehenden Frau werden lassen. Ihre langen Haare waren grau, sie verlor all ihre schönen Kleider, war blass und zu Beginn der Verhandlung kaum noch wahrnehmbar. „Aber in den vielen Wochen des Alleinseins hat Marie Antoinette ihre Kraft gesammelt. Die Gefahr hat sie gelehrt, ihre Gedanken zusammenzufassen, gut zu sprechen und noch besser zu schweigen: Jede ihrer Antworten erweist sich als überraschend schlagkräftig und gleichzeitig vorsichtig und klug. Nicht einen Augenblick verlässt sie die Ruhe; selbst die törichsten Fragen bringen sie nicht aus der Fassung."(1)

Marie Antoinette, nun eine bürgerliche und Witwe Carpet genannt, wurde des Hochverrats und der Unzucht angeklagt. Man warf ihr Korrespondenzen mit dem Ausland und die Plünderung der Staatskassen vor. Auf die Frage, welches Interesse sie an dem Waffenschicksal der Republik habe, antwortete sie: „Das Glück Frankreichs ist es, das ich über alles wünsche."(2) Weiter erkundigte man sich, ob sie es bedaure, dass ihr Sohn den Thron verloren hatte, auf den er hätte steigen können, wenn dieser Thron nicht zertrümmert worden wäre, doch auch hier begegnete Marie Antoinette dem Untersuchungsrichter mit einer überraschend spitzfindigen Antwort: „Ich werde niemals etwas für meinen Sohn bedauern, wenn es seinem Land zum Vorteil gereichen wird.“(3) „Denn mit diesem besitzanzeigenden Wort „seinem“ hat die Königin, ohne offen die Republik als unzuständig zu erklären, dem Untersuchungsrichter dieser Republik gesagt, da[ss] sie Frankreich noch immer als ihres Kindes rechtmäßiges Land und Eigentum betrachte […]“(4).

Der aber wohl schauderlichste und für die Königin erschreckenste Anklagepunkt war der Unzuchtsvorwurf gegen ihren eigenen Sohn Louis Joseph. Als man ihn von seiner Mutter trennte, hatte man ihn mittels psychischen und physischen Drucks soweit manipuliert, dass er eine ganze Reihe belastender Vorwürfe gegen seine Mutter und Tante vorbrachte. Man warf Marie Antoinette nun vor, ihren Jungen gemeinsam mit ihrer Schwägerin sexuell missbraucht und unter anderem zur Masturbation gezwungen zu haben. Marie Antoinette ließ jedoch all diese Beschuldigungen über sich ergehen und blieb schweigsam. Erst als ein Geschworener sie fragte, warum sie nicht antworte, stand sie auf: „Wenn ich nicht geantwortet habe, so geschah dies, weil die Natur sich weigert, auf eine solche Beschuldigung gegen eine Mutter etwas zu erwidern. Ich wende mich an alle, die sich hier befinden mögen."(5) In diesem Moment kam es zu einem Stimmungswechsel unter den Zuschauern. Viele Frauen fühlten sich angesprochen und man erkannte, dass man mit diesen Beschuldigungen zu weit gegangen war. Trotz Marie Antoinettes bemerkenswertem Auftritt vor Gericht wurde sie von den Geschworenen einstimmig für schuldig befunden. Sie sollte wie ihr Mann durch die Guillotine hingerichtet werden. Das Urteil stand im Grunde schon vor Beginn des Prozesses fest, denn die Königin musste ebenso wie ihr Ludwig sterben, damit die Revolution leben konnte.



Quellen

(1) Stefan Zweig „Marie Antoinette: Bildnis eines mittleren Charakters“, S. 471-472
(2) Stefan Zweig, S. 474
(3) Stefan Zweig, S. 474
(4) Stefan Zweig, S. 475
(5) Stefan Zweig 2011, S. 483

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Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen.


Dieses ist das bekannteste Zitat Marie Antoinettes, doch heute weiß man: es ist frei erfunden.

595641iMarie Antoinette gab sich gerne dem Nachtleben hin, besuchte Bälle, die Oper und das Theater. Sie liebte teure Kleider, Juwelen und das Glücksspiel, so häufte sie schnell hohe Schulden an, die ihr Mann jedoch stillschweigend bezahlte. Marie war von der Mode besessen, besonders von meterhohen Frisuren, die Stunden um Stunden erforderten, um sie mit all den Schmuckelementen zu verzieren. Auf viele Menschen wirkte das obszön, denn sie versinnbildlichten alles was mit ihr, mit Versailles und dieser Kultur nicht stimmte. Sie war sicherlich nicht die Hauptverantwortliche für die enorme Verschuldung ihres Landes, doch stellte sie durch ihr Verhalten den willkommenen Sündenbock für Frankreichs finanziellen Ruin dar. Der 3. Stand hatte im ausgehenden 18. Jahrhundert in der Tat sehr schwere Zeiten, doch Frankreichs eigentliches Problem waren die stark überalterten Regierungsinstitutionen. Es war die „[...] große Unzufriedenheit all derer, die ein neues System, eine bessere Ordnung, eine sinnvollere Verteidigung der Verantwortung verlangen [...]“ (1), es war das Zeitalter der Aufklärung. Man wünschte sich eine völlig neue Gesellschaftsordnung herbei, in der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit die zentralen Aspekte darstellen sollten.

Durch einen harten Winter und Missernten, die die Weizenpreise in die Höhe schnellen ließen, kämpfte ein Großteil der französischen Bevölkerung regelrecht ums Überleben. Als Mangel am Wichtigsten, an Brot aufkam, machte ein noch heute weltberühmter Vers den Umlauf, den Gerüchten zufolge einst die Königin ausgesprochen haben sollte: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Brioche [Gebäck] essen.“(2) Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt es sich hierbei jedoch lediglich um eine erfundene Wanderanekdote, die bereits Jahre vor Marie Antoinettes Thronbesteigung von dem französischen Schriftsteller und Philosophen Jean-Jacques Rousseau erfunden wurde (3).
Entgegen vieler Vermutungen empfand Marie nicht die geringste Verachtung gegenüber ihrem Volk, schon gar nicht brachte sie ihm Hohn und Spott entgegen. Boshaftigkeit und Schadenfreude gehörten in der Tat nie zu ihren Wesenszügen. Doch das Volk kümmerte dies wenig. Stefan Zweig schrieb dazu: „Das französische Volk spürt nun seit langem schon ein Unrecht, das ihm von irgendwoher geschieht. Lange hat es sich gehorsam geduckt und auf bessere Zeiten gläubig gehofft […], aber je mehr es sich beugte, umso härter wurde der Druck, immer gieriger saugen die Steuern an seinem Blut. […] Die Schuldige für die Staatsschuld ist gefunden“ (4).


Quellen:

(1) Stefan Zweig "Marie Antoinette: Bildnis eines mittleren Charakters“, S. 167
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Antoinette#K.C3.B6nigin_von_Frankreich
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Antoinette#K.C3.B6nigin_von_Frankreich
(4) Stefan Zweig "Marie Antoinette: Bildnis eines mittleren Charakters", S. 224, 225