Italia; Roma 2013

In einem beinahe kriechenden Tempo schoben wir uns Stück für Stück voran. Überall um uns herum quetschen sich Autos und Motorroller vorbei, denn in Italiens Hauptstadt kommen auf 100 Einwohner unglaubliche 76 Autos. Zum Vergleich: in Berlin sind es gerade mal 32! Es gab ständig Stau, niemand achtete auf sein Gegenüber und die sogenannten „Vespas“ haben sich zu einem wahren Kultobjekt entwickelt. Diese Zweiräder gehören zu den weltweit bekanntesten und beliebtesten Rollertypen. Nur mittels dieser Motorräder können die Einheimischen dem herrschenden Verkehrschaos etwas entkommen, jedoch tragen sie auch, wie ich schnell feststellen musste, erheblich zu diesem bei. Römische Vespafahrer haben die schlechte Angewohnheit, sich zwischen jedes Gefährt hindurch zu schlägeln und auch auf Fußgänger wird kaum Rücksicht genommen.

Meine kurze Blogger-Abstinenz ist also auf meinen ebenso kurzen Romtrip zurückzuführen. Allerdings mussten die 40 Mitreisenden und ich zuvor eine etwa 20-stündige Busfahrt auf uns nehmen, denn so lange sollte es dauern, bis wir zum ersten Mal römischem Boden betreten konnten. Doch trotz der langen Fahrt wussten wir uns die Zeit gut zu vertreiben. DVD-Marathons gehörten ebenso zum obligatorischen Programm wie regelmäßige Pausen mit meterlangen Schlangen vor den McDonalds-Schaltern. Wir freuten uns trotz alledem unglaublich auf die langersehnte Ankunft am frühen Mittag und pilgerten sichtlich erschöpft, doch gut gelaunt, in Richtung Hotel. 

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Bereits um 14 Uhr startete dann schließlich unser erster Rundgang durch Rom, der uns entlang des Kapitols und Colosseums, einem antiken Amphitheater, bis zum Forum Romanum führte. Dies ist das älteste römische Forum und gilt nach wie vor als eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten des antiken Roms. Gegen 19 Uhr stand es uns dann offen zu zweit oder in Kleingruppen auf dem Campo de’ Fiori zu Abend zu essen und währenddessen das bunte Treiben der Musiker, Touristen und Einheimischen zu beobachten. Abschließend wurde uns noch der freiwillige Besuch des Plazza Navona und des Pantheons angeboten. Der Plazza Navona gehörte für mich zu den schönsten Orten Roms, denn auf ihm konnte man den berühmten und wunderschönen Trevi-Brunnen bewundern. Rom ist übersät mit zahlreichen Brunnen, doch dieser ist mit Abstand der populärste und schönste. Er wurde von Nicola Salvi im spätbarocken Rom erbaut und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. Einer Sage nach muss man mit seiner linken Hand eine beliebige Münze rückwärts über seine rechte Schulter in den Brunnen werfen und eines Tages würde man wieder nach Rom zurückkehren. Zahlreiche Menschen aus aller Welt nehmen an diesem alten Ritual teil, sodass sich die Einnahmen, die dadurch entstehen, auf jährlich unglaubliche eine Million Euro belaufen. Dieses Geld kommt im Übrigen dem römischen Roten Kreuz zugute.

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Am darauffolgenden Tag ging es dann, nach einem eigenständigen Frühstück auf dem Campo de’ Fiori, zum Zentrum der christlichen Welt, welches uns entlang des Vatikans zum Petersdom und der Engelsburg führte, die ursprünglich als Mausoleum für Kaiser Hadrian und seine Nachfolger errichtet wurde. Später wurde sie von verschiedenen Päpsten zu einer Burg umgebaut, bis sie heute, seit 1906, nur noch als Museum dient. Nach einer kleinen Stärkung begaben wir uns durch die Via Condotti, einer beliebten Einkaufsstraße, zur Spanischen Treppe. Von dort aus ging es weiter zu dem Palazzo Chigi, der seit 1961 der Amtssitz des italienischen Ministerpräsidenten ist. An der Quirinale angekommen schlug es uns schlussendlich noch zum Palazzo Venezia, einem kleinen Palast neben der Kirche San Marco, in dem einst der Papst Paul II. lebte. Interessant mit anzusehen waren all die verschiedenen Kleinhändler, die sich mit ihren Klapptischen über die ganze Stadt verteilten und ihre Ware zum Kauf anboten. Viele von ihnen waren, wie wir später erfuhren, keine legalen römischen Staatsbürger oder zahlten zumindest keine Standgebühren und somit versuchten diese jeder Ausweiskontrolle durch Polizisten zu entgehen. Kaum tauchte ein Streifenwagen aus weiter Entfernung auf, verschwand der Klapptisch und mit ihm auch der Verkäufer. Der Streifenwagen war kaum verschwunden und schon stand der jeweilige Händler wieder an seinem Stand, als sei nichts gewesen. Nach einem darauffolgenden ausgiebigen Abendessen gingen noch einige von uns zur, wie viele sagten, besten Eisdiele Roms, der un gelato da Giolitti. Eine Besonderheit Italiens, die uns als Besuchern fremd erschien, war, dass man Eis nicht etwa in Kugeln, sondern in Mengen wie beispielsweise groß, mittel oder klein bestellte. Die lange Schlange vor der Eistheke hatte sich jedoch entschieden gelohnt, sodass wir uns gezwungen sahen, am nächsten Tag noch einmal zurückzukehren.

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Am Samstag stand nun leider schon unsere Abreise an. Die Koffer wurden gepackt, die Zimmer gesäubert und um 10 Uhr verließen wir schließlich unser Hotel. Geplant war eine Abreise gegen 16:00 Uhr, doch auf Grund immer wiederkehrender Regenschauer machten wir uns bereits zwei Stunden früher auf die Heimfahrt. Zuvor besichtigten wir jedoch noch den Circus Maximus, der bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. für Wettbewerbe der Römer genutzt wurde und das größte Veranstaltungsgebäude aller Zeiten war. Als letztes Etappenziel wählten wir den Bocca Della Verità. Dies ist ein scheibenförmiges Relief, das an der römischen Kirche Santa Maria angebracht ist. Eine mittelalterliche Legende besagte, dass jeder, der diesem Relief seine Hand in den Mund legt und dabei die Unwahrheit sagt, diese verliert. Nicht zuletzt auf Grund jener weitverbreiteten Sage ist es ein Anziehungspunkt für viele Menschen aus der ganzen Welt geworden.

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Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass drei Tage zwar sehr überschaubar für einen Romaufenthalt sind, doch wir diese sehr gut genutzt haben und somit unglaublich viel vom alten und neuen Rom gesehen haben: die Mentalität der Menschen, ihre Gewohnheiten und nicht zuletzt all die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Nirgendwo sonst verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart derart in einander und ich denke, dass genau dies die Besonderheit Roms ausmacht.

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1 Kommentar:

Marie hat gesagt…

In Rom war ich auch schon mal - so eine schöne Stadt!
Die Fotos sind dir wirklich sehr gut gelungen, gerne mehr davon :)

Liebe Grüße,
Marie :) <3